T-Mobile will VoIP-Tarif fürs Handy einführen

Die VoIP-Blockade der Mobilfunknetzbetreiber scheint ihrem Ende zuzugehen. Jetzt hat der größte deutsche Netzbetreiber T-Mobile angekündigt, in wenigen Monaten einen eigenen VoIP-Tarif für Handy-Nutzer aufzulegen. Damit wird Internet-Telefonie über Mobilfunk legal, aber auch kostenpflichtig.

Mindestens 9,95 Euro im Monat soll die VoIP-Option bei T-Mobile kosten, verrät der Anbieter. Den Zusatztarif werde es in Kombination mit einem Combi- oder Complete-Tarif geben, heißt es bei T-Mobile weiter, genauere Angaben zu den Preisen machte das Unternehmen noch nicht.

 

VoIP-Problematik: Zoff ums Geld

Bislang untersagen alle Netzbetreiber die Nutzung von VoIP-Diensten über ihre Mobilfunknetze. Auch Instant Messaging ist bei einigen Tarifen von T-Mobile und Vodafone untersagt. Geschickten Anwendern war es dennoch möglich, diese Services (illegal) zu nutzen, da sie technisch durchaus möglich sind. Als der VoIP-Anbieter Skype vor kurzem vorpreschte und gemeinsam mit Nokia Handys auf den Markt bringen wollte, die eine Skype-VoIP-Funktion schon integriert haben, liefen die deutschen Netzbetreiber Sturm. Von „überlasteten Mobilfunknetzen“ war die Rede und von „schlechter Verbindungsqualität, die negativ auf die Netzbetreiber zurückfällt“.

 

Des Pudels Kern sind hingegen sind wohl eher die finanziellen Ausfälle bei der Sprachtelefonie, welche die Anbieter befürchten, wenn viele Kunden nur noch über das mobile Internet telefonieren. Ein Ausweg, um doch noch selbst an der VoIP-Technologie zu verdienen, scheinen so spezielle VoIP-Tarife zu sein. Auch Mitbewerber Vodafone plant laut Konzernzentrale eine eigene Option für Internet-Telefonie. 

 

VoIP-Tarif ab 9,95 Euro im Monat soll Investitionen decken

Eine Begründung für den neuen Tarif hat die Telekom-Mobilfunktochter auch schon parat : Zusätzliche Investitionen in das Netz seien nötig für den gleichzeitigen Dauerbetrieb von VoIP-Anwendungen, heißt es bei T-Mobile. Schließlich sei es nicht zumutbar, wenn diese Mehrkosten des „always on“-Betriebs auf alle Mobilfunkkunden verteilt würden. Allerdings ist nicht ganz nachzuvollziehen, warum die always on-Funktion von VoIP-Nutzern die Netze so sehr belasten sollte, wenn phasenweise keinerlei Daten übertragen werden.

Autor: FN

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