E-Plus: HSPA-Netzausbau, Zurückhaltung bei LTE

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus setzt weiterhin auf den Ausbau seines Netzes mit HSPA und HSPA+. Während die Konkurrenten - Telekom, Vodafone und auch Telefónica O2 - viel Geld in ihre LTE-Netze investieren, hält E-Plus sich mit dem Aufbau eines LTE-Netzes zurück und wartet erst eine größere Kundennachfrage ab.

Quelle: E-Plus

Keine Spitzenwerte, sondern ausreichendes Tempo für Viele

Nach den Angaben von E-Plus sind inzwischen 85 Prozent der Basisstationen mit HSPA+ ausgerüstet und können theoretisch Datenraten bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ermöglichen. In der Praxis sieht das allerdings anders aus. E-Plus- beziehungsweise Base-Kunden beschweren sich über ausgesprochen langsame Übertragungsraten und eine schlechte Netzabdeckung. Auch in Gebieten, die HSPA bieten sollen, werden oft nur Geschwindigkeiten von unter 1 Mbit/s erreicht, wie in Kommentaren zum E-Plus-Blog zu lesen ist.

 

Schulze-Löwenberg schreibt dazu, dass „aktuell nicht alle Stationen das Potenzial von HSPA vollständig ausschöpfen und den Nutzern die Datenraten und Kapazitäten für ein optimales Nutzererlebnis bieten“ können. Seiner Meinung nach reicht für den Nutzer eines Smartphones eine Datenrate von 1 bis 2 Mbit/s völlig aus. 80 Prozent der Bevölkerung werden nach E-Plus Angaben mit HSPA versorgt. Zunächst hat E-Plus die Ballungsräume bedient, jetzt ist der weitere Ausbau der ländlichen Regionen geplant. Das Ziel sei, nicht ein kleine Gruppe von Nutzern mit Spitzendatenraten zu versorgen, sondern viele User mit einer komfortablen Performance auszustatten.

 

HSPA-Anbindung wird verbessert, LTE in Warteposition

Um dieses Ziel zu erreichen verbessert E-Plus die Anbindung der Basisstationen an das Transportnetz über IT-Technologie. Dies erfolgt bis Ende 2013 durch die Installation neuer Richtfunkstrecken mit den zugehörigen Routern. Mithilfe dieser Richtfunkverbindungen sollen die Übertragungskapazitäten schrittweise in den Gigabit-Bereich erhöht werden. Bis zum Jahresende sollen alle HSPA-Stationen angeschlossen werden, so dass tatsächlich auch HSPA-Geschwindigkeit zur Verfügung steht.

 

Bei Thema LTE hält E-Plus sich derzeit noch zurück. Anders als bei den übrigen deutschen Netzbetreibern, die bereits LTE-Tarife anbieten und ihre LTE-Netze stetig ausbauen, ist E-Plus noch im Testbetrieb. In Düsseldorf, Wachtendonk und Cloppenburg betreibt E-Plus LTE-Testnetze, die im Bereich von 1,8, 2,1 und 2,6 Gigahertz (GHz) funken. Denn anders als die Konkurrenz hat E-Plus keine Frequenzen aus der sogenannten „Digitalen Dividende“ im Bereich von 800 Megahertz ersteigert. Diese Frequenzen dienen dem LTE-Netzausbau, sind aber mit der Bedingung gekoppelt, dass zunächst ländliche Regionen versorgt werden. Daran muss E-Plus sich nicht halten, und kann LTE in Ballungsgebieten anbieten.

 

Dazu soll aber erst die Nachfrage durch die Kunden abgewartet werden. Im „LTE KundenLab“, dass E-Plus zusammen mit Nokia Siemens Networks und der Mugler AG an der Technischen Universität Chemnitz betreibt, wird erforscht, „wie LTE die Bedürfnisse der zentralen Zielgruppe des Massenmarkts am besten bedienen wird“.

 

Autor: MB

 

Zurück