Mobile LTE Advanced: Fortschritte beim Nachfolger von LTE

Amerika gibt bei dem Thema LTE weiter die Marschrichtung vor. Verschiedene US-Netz-Anbieter arbeiten bereits intensiv an dem Nachfolger LTE Advanced (LTE-A). Der amerikanische Anbieter Verizon will bereits 2014 sogar die direkte TV-Übertragung der Football-Spiele ermöglichen.

Quelle: 3gpp.org

Möglich ist dies durch die „Evolved Multimedia Broadcast Multicast Services“-Technologie von Ericsson. Damit lassen sich mehrere Kameras und Zusatzinformationen gleichzeitig übertragen. Das bedeutet, Nutzer könnten  bei der Übertragung genau den Blickwinkel wählen, der sie am meisten interessiert.

 

Datenfunk: Sind die USA dem enormen Datenverkehr gewachsen?

Doch all das bedeutet einen immer größer werdenden Datenverkehr. „Wir haben uns bereits darauf eingestellt, dass der Mobilfunkverkehr im Vergleich zu 2010 um den Faktor 1000 anschwellen wird“, sagt Paul Jacobs, Chef des Chipherstellers Qualcomm. Deshalb ist es so wichtig, den noch schnelleren Datenübertragungsstandard LTE Advanced möglichst rasch einzuführen. Gegenüber dem heute gebräuchlichen Long Term Evolution bietet der Nachfolger verschiedene Erweiterungen, mit denen bei einer Bandbreite von 100 MHz eine Spitzen-Download-Geschwindigkeit von 1 Gbit/s erreicht werden kann.

 

Experten rechnen aber frühestens für Ende 2013, Anfang 2014 mit der Markteinführung, noch gebe es damit eine Reihe technischer Probleme. So ist eines der wesentlichen Funktionsmerkmale von LTE-A die simultane Kommunikation auf mehreren parallelen Kanälen. Was bedeutet, dass sich bei LTE-A die Zahl der Kanäle verdoppelt und zu einer erheblichen Batteriebelastung führt.

 

Ländliche Regionen profitierten zuerst von 4G

Der Innovationsdrang für eine immer schnellere Datenübertagung von mobilem Internet geht also unaufhörlich weiter. Und die Nachfrage ist ungebrochen. So gab es laut den Analysten des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics Ende 2012 weltweit 88 Millionen LTE-User. Nach ihren Einschätzungen wird diese Zahl Ende 2013 auf  234 Millionen Menschen steigen. In Deutschland arbeitet man deshalb weiter auf Hochtouren an einem flächendeckenden 4G-Netzausbau.

 

Denn bisher haben vorwiegend nur die Bewohner ländlicher Regionen davon profitiert. Sie waren mit dem neuen Mobilfunkstandards LTE zuerst versorgt. Das war Auflage, als im April 2010 die 800er Frequenzen für die 4G-Nutzung versteigert wurden. Jetzt konzentrieren sich die Telekommunikationsunternehmen auch auf den Netzausbau in den Städten. „In den rund 100 größten Städten hat der Ausbau mit 4G bei 1800 MHz einen guten Ausbaustand erreicht“, sagt Telekom-Sprecher Niels Hafenrichter. Bis LTE in ganz Deutschland verfügbar ist, wird es noch einige Jahre und viel Geld brauchen.

 

Dass die LTE-Technologie in den USA am weitesten fortgeschritten ist, liegt aber auch daran, dass es dort – anders als in Deutschland -  keine strengen Auflagen für den Netzausbau gibt. Die LTE-Anbieter konzentrierten sich nur auf die Großstädte und die zugehörigen Ballungsräume, wo inzwischen eine sehr gute Netzabdeckung erreicht ist. Ländliche Regionen spielten für den LTE-Netzausbau keine Rolle.

 

Autor: SN

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